Landesmuseum

Manchmal liegt das Versteckte direkt vor dem Auge der Betrachterin. Oder des Betrachters. Unübersehbar. Wie das Landesmuseum.

Wer: jede und jeder
Wo: gleich hinter dem HB Zürich
Eintritt:
– Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre freier Eintritt, Erwachsene 8.-/10.-
– Der Eintritt zur Dauerausstellung «Einfach Zürich» ist frei. Das Gratisticket kann am Welcome Desk beim Haupteingang bezogen werden.
Web: Landesmuseum

Geschichte des Landesmuseums

Die Idee eines Nationalmuseums existiert schon lange. Seit 1799, heisst es. Doch der Kantönligeist sperrt sich wacker dagegen. Über Jahrzehnte. «Wer sind wir denn?», haben die sich gefragt und eine erste Antwort vom Franzosen bekommen. 1898 endlich kann das Märchenschloss mit allem Pomp eingeweiht werden, genau hundert Jahre nach dem Einmarsch des Korsaren.

Landesmuseum, Einweihungsschrift von 1898
Landesmuseum, Einweihungsschrift von 1898 (Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Er%C3%B6ffnung_Landesmuseum.jpg)

2016 öffnet der neueste Erweiterungsbau seine Türen für die Öffentlichkeit. Vorangegangen war ein beinahe zehn Jahre andauernder Kampf, welcher zwei Volksabstimmungen beinhaltete sowie wiederholte Gänge zum Bundesgericht. Anders geht’s nicht!

Weiterführende Links:
Der Eröffnungsumzug des Landesmuseums 1898 (Landesmuseum)
Die Geschichte des Landesmuseums in Zürich (NZZ vom 21.06.2017)
Das «Märchenschloss» hat sich elegant verjüngt (NZZ vom 22.01.2016)

Dauerausstellungen

«Einfach Zürich»

«Einfach Zürich» hat Zeit gebraucht. Auch wieder zehn Jahre oder so. Das Museum im Museum enthält drei Räume. «Bloss», denkst Du, doch hinter Bildschirmen lauern ganze Welten. Deshalb verliert Raum zwischen Wänden mehr und mehr an Bedeutung. So ganz allgemein.

«Einfach Zürich» (Foto: StC)
Landesmuseum, «Einfach Zürich» (Foto: StC)

Im Entrée stehen zwanzig Screens und stellen Gemeinden und Stadtteile des Kantons in Dreissigsekundenclips vor. Farbig. Unterhaltsam. In der Mitte des zweiten Raums steht ein riesiger Kasten, in dessen vier Seitenflächen Gegenstände eingelagert sind. Daumenschrauben zum Beispiel. Oder eine Art Federkleid. Davor stehen wie Pulte Monitore, die sich bedienen lassen. Und ja: Hinter jedem Gegenstand steckt eine Geschichte. Bewegte/bewegende Geschichte, die ins Heute hinein reicht, auch klar. Zum Beispiel jene von Hans Waldmann, Kriegsheld, Heerführer und zum Ritter geschlagener Promi, welcher es gar zum Bürgermeister der Stadt Zürich gebracht hatte. Dennoch aber auf richterlichen Spruch hin einen schnippischen Kopf kürzer zu Grabe gelegt worden war. Das war 1489. Aber noch heute, in der fixen Überzeugung eines Justizirrtums, legt die Zunft zum Kämbel jeweils am Sechseläuten feierlich einen Kranz an seinem Standbild ab. Und Brita Polzer, Dozentin an der F + F, fordert eindringlichst, dass das Denkmal, welches ironischer Weise aus einem verschrotteten italienischen U-Boot gegossen worden war, abgebaut werden soll (WOZ 5/2016, Nieder mit Waldmann!). Bewegend. Im dritten Raum bilden Wände riesige Projektionsflächen. Darauf werden Filme abgespielt, welche die visuelle und akkustische Begehung einzelner Spots wie Lindenhof oder HB ermöglichen. Die teils skurrilen Perspektiven, Bildüberlagerungen sowie zugehörige Tonzuschnitte vermitteln erweiternde Blicke in ein Zürich, das wir gut zu kennen vermeinten.

Landesmuseum, «Einfach Zürich»
Landesmuseum, «Einfach Zürich» (Foto: StC)

Weiter führende Links:
Das geplante Zürich-Museum ist endlich auf Kurs (NZZ vom 07.04.2018)
Wo Zürich tief blicken lässt (Tagi vom 26.01.2019)

«Geschichte der Schweiz»

Auf ca. 1000 m2 wird das Werden der Schweiz über einen Zeitraum von ca. 550 Jahren beschrieben. Dem Anliegen, die Besucher auf keinen Fall langweilen zu wollen, ist die Tiefe etwas zum Opfer gefallen. Meinen wir. Wer’s also genauer wissen will, kommt um den Museumsshop nicht herum, wo nebst ausgesuchten Verkaufsgegenständen eine sinnvolle Anzahl an ergänzender Literatur bereitgestellt werden.

«Archäologie Schweiz»

Hinterlassenschaften, Errungenschaften und Weltvorstellungen der Pfahlbauer, Kelten, Römer und Alamannen werden in der Ausstellung «Archäologie Schweiz» präsentiert. Es gelingt den Kuratorinnen und Kuratoren, das trockene Image der Archäologie aufzubrechen und eine spannende, nachvollziehbare Abfolge zu gestalten.

Helm. (1/0). mit Nackenschutz und Wangenklappen. Eisenzeit, Spätlatènezeit. Fundort: Port / BE / -. 28 x 20 x 25 cm. Metall; Eisen. (Schweizerisches Nationalmuseum, A-5520)

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